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Mo., 15. April 2002
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Ein israelisch-palästinensisches Ehepaar
Neve Schalom: Oase des Friedens

Neve Schalom, Oase des Friedens, heißt ein Dorf zwischen Jerusalem und Tel Aviv, in dem heute 50 jüdische und palästinensische Familien friedlich zusammenleben. 1977 wurde das erste Haus in Neve Schalom gebaut. Evi Guggenheim und Eyas Shbeta haben sich hier vor 20 Jahren kennen und lieben gelernt. Sie leben im Kleinen das, was im Großen derzeit unmöglich scheint.
Zwei Religionen, vier Sprachen
Eyas und Evi
Evi Guggenheim ist Jüdin und wurde in der Schweiz geboren. Ihr Mann ist Moslem. Er wuchs in den palästinensischen Autonomiegebieten auf. Das Ehepaar hat drei Töchter. Die Mädchen haben jeweils zwei Religionen, da beim Judentum der Glaube durch Blutsbande auf der mütterlichen Seite übertragen wird, beim Islam die Kinder aber automatisch die Religion des Vaters annehmen. Für die nicht strenggläubigen Eltern ist das kein Problem. Die verschiedenen Feiertage zum Beispiel nehmen sie einfach alle mit und fühlen sich dadurch bereichert. Und die Kinder profitieren davon: Sie leben mit zwei Kulturen und sprechen vier Sprachen: Hochdeutsch, Schweizerdeutsch, Hebräisch und Arabisch. Vom gegenwärtigen Krieg in Israel sind auch Evi und Eyas betroffen. Seine Familie lebt im palästinensischen Autonomiegebiet. So oft wie möglich telefonieren sie mit den Verwandten, doch die Angst ist groß. Zu seiner Schwester haben sie zur Zeit keinen Kontakt, wissen nicht, wie es ihr geht.
Gegenseitiges Verständnis von klein auf
Blick auf das Dorf
Evi und Eyas sind beide Lehrer an der Grundschule von Neve Schalom. Jüdische und palästinensische Kinder werden hier gemeinsam unterrichtet, da müssen auch die Lehrer differenzierte Inhalte vermitteln, immer zwei Geschichten erzählen. Außerdem gibt es einen jüdisch-moslemischen Kindergarten und eine so genannte Friedensschule, in der Seminare über den israelisch-palästinensischen Konflikt angeboten werden. Die Kinder wachsen hier von klein auf mit der anderen Seite auf und verstehen sich gegenseitig. Das klingt in diesen Zeiten tatsächlich unglaublich. Um das einmalige Projekt weltweit bekannt zu machen, lebt die Familie Guggenheim-Shbeta zur Zeit in Zürich. Für zwei Jahre haben sie sich freistellen lassen, um Kontakte zu knüpfen und um moralische und finanzielle Unterstützung zu werben.

In Neve Schalom versuchen die Bewohner trotz der gegenwärtig angespannten Lage weiterhin in Frieden zusammen zu leben und zu arbeiten. Angst vor Anschlägen haben sie nicht, doch sie spüren die Auswirkungen des Konflikts. Aber die Beziehungen im Dorf seien davon nicht betroffen, meint der Direktor Daoud Boulos. Im Gegenteil: "Wir halten sogar noch enger zusammen. Es ist ein weiterer Test, den wir bestehen müssen, um zu zeigen, dass unser Weg richtig ist und die Menschen vielleicht unserem Beispiel folgen werden."

Ein Beitrag von Saskia Schüring, bearbeitet für ZDFonline.

Neve Schalom
Noch mehr Informationen über das einzigartige Projekt der Dorfkooperative. Mit vielen Informationen über die praktische Arbeit, Geschichte und Hintergründe.
http://www.nswas.com/deutsch/index.htm

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zuletzt geändert am: So., 14. April 2002
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